Argyroupoli (Lappa)

Argyroupoli: Ein Bergdorf an der Stelle der antiken Stadt Lappa auf Kreta

Das Bergdorf Argyroupoli (griechisch Αργυρούπολη) steht auf den Ruinen der antiken Stadt Lappa auf Kreta. An den Ausläufern der Weißen Berge (Lefka Ori) gelegen, lädt der Ort zu Spaziergängen durch die urigen Gassen ein. Ich möchte dir bei einem virtuellen Rundgang die Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten von Argyroupoli und Lappa gern etwas näher bringen.

Das ehemalige Lappa (griechisch Λάππα) ist für seine Geschichte und unzähligen Wasserläufe bekannt, mit welchen es unter anderen die kretische Stadt Rethymno versorgt. Es ist eine der wasserreichsten Stellen Kretas. Argyroupoli ist deshalb ein sehr grünes Dorf, es wirkt durch seine kühle Ausstrahlung wie eine natürliche Klimaoase und lädt Besucher an heißen Sommertagen zum Verweilen ein.

Es ist gut mit dem Auto erreichbar. Auch haben Reiseveranstalter Tagesausflüge nach Argyroupoli im Programm. Die „Bimmelbahnen“ der umliegenden Küstenorte wie Georgioupolis und Kavros fahren das Bergdorf und seine Quellen ebenso täglich an.

Argyroupoli (Lappa) auf Kreta

Das kleine im Ort gelegene Geschäft „Lappa Avocado“ ist inzwischen über die Grenzen Kretas und Griechenlands hinaus bekannt und beliebt. Urlauber finden hier Kosmetikprodukte aus reinem Avocadoöl, welche man nach griechischer Gastfreundschaft selbstverständlich auch testen darf.

Lappa

Im Altertum befand sich auf dem Gebiet des heutigen Argyroupoli die antike Stadt Lappa (häufig auch Lampa, Lampai oder Lampē). Sie zählte in der römischen Zeit zu einer der wichtigsten Städte Westkretas. Sie war einst über Flussläufe sowohl mit der Nord- als auch der Südküste Kretas verbunden. Lappa wurde 67 v. Chr. vom römischen Feldherrn Quintus Caecilius Metellus Creticus unterworfen und zerstört, weil sich die Bewohner während des römischen Bürgerkrieges mit dessen Gegner Octavian verbündet hatten. Octavian, der spätere Kaiser Augustus, zeigte sich erkenntlich und baute die Stadt nach dem Sieg in der Schlacht von Actium 31 v. Chr. wieder auf. Die Geschichte von Lappa war immer wieder von Höhen und Tiefen gezeichnet. Die Ortschaft wurde Mitte des 4. Jahrhunderts nach Christi durch ein Erdbeben zerstört. Im 9. Jhd. legten Araber die Stadt in Schutt und Asche. Bei der Bekämpfung des Aufstandes durch die Osmanen wurde das heutige Argyroupoli 1867 erneut zerstört.

Nach der Eroberung der Araber, förderten die Venezianer den wirtschaftlichen Aufschwung mit der Silbermünzprägung. Der heutige Name Argyroupolis ist daran angelehnt und bedeutet übersetzt Silberdorf (griechisch αργυρός (argyrós) für Silber/n und πόλη (póli) für Stadt).

Argyroupoli

Im heutigen Argyroupoli leben circa 400 Einwohner. Das kretische Bergdorf gehört zur Gemeinde Lappa und liegt im Regionalbezirk Rethymno. Das Dorf ist ähnlich wie bei vielen anderen Orten auf der griechischen Insel Kreta von römischen und venezianischen Einflüssen geprägt. Ein Rundgang durch das Dorf ist bei einem Tagesausflug sehr empfehlenswert.

Beginnt die Erkundungstour auf der Platia, nahe der Kirche Agios Ioannis, gelangen Besucher durch einen Torbogen aus venezianischer Zeit in die schmalen Gassen des antiken Dorfkerns. Das Römertor trägt die Inschrift „Omnia Mundi Fumus et Umbra“ (deutsch etwa: „Alles auf dieser Welt ist Schall und Rauch“).

Lappa Avocado in Argyroupoli

„Der Laden im Torbogen“: Unmittelbar im Torbogen befindet sich beidseitig das Geschäft „Lappa Avocado“. Hier werden die verschiedensten Kosmetikprodukte aus Avocadoöl verkauft. Gern geben die Besitzer auch kostenlos einen Ortsplan heraus, welcher zu den sehenswerten Plätzen von Argyroupoli führt.

Halten Besucher sich an der nächsten Kreuzung links erreichen sie ein überdachtes Mosaik aus römischer Zeit. Das Fliesenbild stammt aus dem 3. Jhd. n. Chr. und ist aus 7000 Teilen zusammengesetzt. Der Mosaikboden soll Teil eines mit Marmor ausgekleideten Badezimmers gewesen sein.

venezianisches Mosaik in Argyroupoli auf Kreta

Der schmale Weg führt vorbei an der ummauerten Panagia-Kirche und senkt sich an deren Nordseite hin zur Kirche Agia Paraseki. Die Eingangsschwelle zum Kirchenhof soll aus einem Deckel von einem Kindersarkophag entstanden sein. Im Innenhof sind verschiedene Säulen aus früherer Zeit zu finden.

Die Tour führt durch eine kleine Gasse zum Römertor zurück. Auf dem Weg befindet sich eine wellenförmige, ansehnliche ionischen Säule, zu der ein kleiner Weg abzweigt.

Wer keine Souvenirs tragen wollte, kann nach Erreichen des Römertors abschließend noch den Besuch im Lappa Avocado Shop wahrnehmen. Die Avocado-Kosmetikserie, welche von den Inhabern eigenständig entwickelt und herstellt wurde, ist speziell für sensible Haut geeignet. Die Avocados sind aus eigenem Anbau und werden in der gegenüberliegenden Taverne auch gern als Zutat für die verschiedensten Gerichte verwendet.

Für Wanderlustige führt ab der Kirche Agia Paraseki ein Weg zur 1,5 km entfernten Grabstätte „Nekropole“.

Gasse vom Bergdorf Argyroupoli nach Lappa

Nekropole von Lappa

Die Nekropole ist der antike Friedhof von Lappa. In der Nähe der kleinen Kirche der fünf Jungfrauen sind dutzende Gräber unterschiedlicher Größe und Form in die Felsen gehauen. Die fünf Jungfrauen, denen die Kapelle ihren Namen verdankt, sollen im 3. Jhd. n. Chr. von den Römern getötet wurden sein, weil sie christliche Riten pflegten. Hinter der Apsis existiert tatsächlich eine Gruft mit fünf Gräber. Ein paar Schritte entfernt von der Kirche steht eine Platane, die 2000 Jahre alt sein soll. Alljährlich kommen am 23. April, dem Namenstag ihres Patrons Ágios Geórgios, die Schafshirten an diesem Ort zusammen. Die Hirten segnen ihre Tiere, melken sie und bieten allen Anwesenden die frische Milch an. Das Ritual wird verschoben, wenn der 23. April in die Fastenzeit fällt, dann wird am Ostermontag gefeiert (siehe auch Termine der Feiertage in Griechenland).

Quellen von Lappa und Argyroupoli

West- und nördlich von Argyroupoli am Talhang des Flusses Mousselas sind hunderte kleine Wasserfälle zu finden. Überall gedeihen mächtige Grünpflanzen, inmitten von alten Aquädukten und Mühlrädern. In der Oase haben sich mehrere Tavernen niedergelassen. Eine Mahlzeit inmitten von Grün umgeben von rauschenden Wasserfällen ist im Sommer auf Kreta eine Besonderheit. Einige der Tavernenwirte haben auch Süßwasserfische wie Forellen auf der Karte stehen. Oberhalb des Flusses ist die kleine Höhlenkapelle Ágias Dinamis zu finden, diese ist über wenige Stufen erreichbar. Das Wasser der Quellen hat beste Qualität und kann bedenkenlos getrunken werden.

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