Matala

Die Legende Matala:
Eine idyllische Siedlung mit großer Geschichte und viel „Hippie-Flair“

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Matala

Der malerische, kleine Ort Matala auf Kreta ist im Zentrum der Südküste der Insel gelegen. Bekannt für seine beeindruckenden Strände und die nahegelegenen Höhlen, hat sich Matala zu einem beliebten touristischen Ausflugsziel entwickelt.

Matala (griechisch Μάταλα) ist eine Siedlung innerhalb des Ortes Pitsidia und liegt in der Gemeinde Festos im Regionalbezirk Heraklion auf Kreta. Matala bietet mehrere beeindruckende Sandstrände, darunter den berühmten Kokkinos Ammos (Red Beach). In Matala finden sich neolithische Wohnhöhlen, in der Umgebung Ruinen und Zeugnisse älterer Kultur, besonders aus der minoischen Zeit sowie der Antike. Der Ort blickt auf eine spannende Geschichte zurück. So war das benachbarte Kommos einst antiker Hafen von Festos und Matala später während der römischen Besetzung Hafen von Gortys. In den 1960er Jahren erlangte das kleine Fischerdorf Berühmtheit, weil sich Hippies aus aller Welt ansiedelten – es entstand der bekannte Hippie-Ort Matala.

Matala auf Kreta

Heute wird die kleine Siedlung täglich von unzähligen Touristen besucht, auch viele Unterkünfte im Ort entstanden in den letzten Jahrzehnten. Zahlreiche Tavernen, Cafés und ein herrlicher Sonnenuntergang runden das Erlebnis bei einem Urlaub ab.

Lage, Einwohner und Ausstattung Matalas

An der zentralen kretischen Südküste gelegen, befindet sich Matala zirka 70 Kilometer in südwestlicher Richtung von Iraklio (Heraklion) entfernt. Dies entspricht einer Fahrtzeit von etwa anderthalb Stunden. Der bekannte Ort Chania liegt etwa zweieinhalb Stunden Fahrtzeit entfernt. Wer Matala ansteuert, erreicht den Ort bei einer Reise auf schnellstem Wege, wenn der Flug nach Heraklion gebucht wird.

Das winzige Zentrum des Ortes ist hinreichend ausgestattet und bietet mit diversen Lebensmittelgeschäften, einem Bäcker und mehreren Konditoreien (Zacharoplastio) Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf. Eine Vielzahl von Tavernen lädt mit unterschiedlichen Angeboten an Speisen und Getränken zum Verweilen ein. Die örtliche Kirche bietet mehrere und in regelmäßigen Abständen erneuerte Kunstausstellungen.

Auch mehrere Geldautomaten befinden sich in Matala. 67 Einwohner zählte Matala 2011. Der nächstgelegene kleinere Ort findet sich mit dem etwa vier Kilometer entfernten Zentrum von Pitsidia, dem Ort, zu dem auch die Siedlung Matala gehört. Pitsidia gehört zum Gemeindebezirk Tymbaki.

Anfahrt nach Matala Hippie-Baum

Geschichte von Matala

Nach der griechischen Mythologie entführte Göttervater Zeus in Stiergestalt die hübsche Königstochter Europa und ging mit ihr in der Bucht von Matala an Land. Als Adler verwandelt brachte er sie weiter nach Gortys (Gortyn) wo sie Minos zeugten, den König von Kreta.

Die benachbarte Siedlung Kommos diente während der minoischen Epoche als Hafen von Phaistos (Festos). Später, zur Zeit der römischen Besetzung, wurde Matala als Hafen von Gortys (Gortyn) genutzt. Das antike Gortyn wurde während der römischen Besetzung ab 67 vor Christus zur Hauptstadt der damaligen römischen Provinz Creta ausgerufen. Die Höhlen am Strand wurden zu dieser Zeit auch als Grabstätten genutzt. Ausgrabungen erhaltener Rückstände vom Palast von Festos und Gortyn zeugen noch heute von der minoischen Zeit und der Besetzung der Insel Kreta. Eine Höhle trägt den Namen Brutospeliana und erinnert damit an den angeblichen Besuch der Höhle durch den römischen Politiker Brutus.

Die jüngere Geschichte Matalas ist stark von der Zeit der Hippies in den späten 1960ern und frühen 1970er Jahren geprägt. Das Fischerdorf lockte Blumenkinder weltweit an, die nach einer Verwirklichung ihrer Lebensvorstellung suchten und sie zum Teil in der Schönheit des Ortes fanden. Viele versuchten sich an einem alternativen Leben in dem kleinen Fischerdorf und begannen die Höhlen Matalas zu bewohnen. Darunter auch Joni Mitchell, welche hier unter anderem den Song „Carey“ schrieb. Auch Cat Stevens und Bob Dylan sollen zeitweise in Matala gelebt haben. Einige der Reisenden waren Vietnamkriegsverweigerer, andere wollten einfach neue Erfahrungen machen oder nutzen Matala als Stop-over auf dem Trail nach Kathmandu und Goa. Während die Hippiebewegung auch in Matala allmählich verschwunden ist, zeigt sich noch heute eine stark von dieser Phase geprägte Atmosphäre im Ort.

Phaistos (Festos)

Strände in Matala

Besonders bekannt für seine wunderbaren Strände, hat das ehemalige Hippiedorf Matala gleich drei verschiedene und sehenswerte Strandabschnitte mit besonderer Kulisse zu bieten. Die Strände in und um Matala sind vielfältig und bieten deshalb die besten Voraussetzungen für einen schönen Urlaub.

So befindet sich der Hauptstrand des Ortes unmittelbar hinter dem Zentrum Matalas mit bestem Blick auf die „Hippiehöhlen“. An diesem Strand entlang findet sich eine Vielzahl von Tavernen, Cafés und Bars. Die gute Lage dieses Strandes lockt insbesondere während der Sommermonate etliche Besucher an. Auch landen hier täglich unzählige Tagestouristen – während der Hauptsaison. Eine Besonderheit von diesem Strand in Matala ist die Tatsache, dass er beidseitig von hohen Felsen geprägt ist, welche schräg ins Meer abfallen. Dieses Relief macht den Strand besonders ruhig und stimmungsvoll. Die gerundete Sand-/Kiesbucht ist auch für den Familienurlaub mit Kindern auf Kreta beliebt. Neben Sonnenschirmen und Liegen, welche vermietet werden, bieten auch Tamarisken Schatten. Zudem sind Duschen installiert und Wassersportmöglichkeiten werden angeboten. Teils ist der Strand behindertengerecht ausgebaut. Auch weht hier die „Blaue Flagge“.

Matala Strand

Mit dem Kokkinos Ammos findet sich an und bei Matala (südlich davon gelegen) ein außergewöhnlicher, von rotem Sand geprägter Sandstrand. Der auch Red Beach („roter Strand“) genannte Sandstrand ist innerhalb von etwas weniger als einer halben Stunde fußläufig erreichbar. Der abgelegene und nur etwa 300 Meter lange Strand gilt noch immer als eine Art Geheimtipp und bietet sich daher zum Entspannen außerhalb der Tourismusgebiete an. Der Red Beach wird aufgrund seiner Entlegenheit auch gerne als FKK-Strand genutzt. Tavernen oder Cafés befinden sich allerdings dort nicht. Daher ist Besuchern angeraten, bei einem Besuch auf ausreichende Verpflegung (genug Getränke) zu achten. Stattdessen finden sich auf dem Weg zum Kokkinos Ammos zahlreiche Höhlen, von denen einige im Sommer auch bewohnt sind. Sonnenschirme und Liegen werden jedoch vermietet.

Der deutlich größere und unter Naturschutz gestellte Strand Kommos Beach (nördlich von Matala gelegen, auch Komos geschrieben) erstreckt sich über fast 4 Kilometer. Eine Besonderheit dieses Strandes ist die Präsenz der höchst seltenen Caretta-Schildkröten. Diese Meeresschildkrötenart nutzt den Kommos Beach zur Eiablage. Unmittelbar am Strand gelegen finden sich Überbleibsel einer historischen minoischen Stadt, die auch für Geschichts- und Kulturinteressierte spannend ist. Darüber hinaus ist er (nördlich der archäologischen Ausgrabungen) ein beliebter Strand zum Nacktbaden.

Unterkünfte in Matala

Entlang der Zufahrtsstraße ziehen sich auf einigen Kilometern Hotels und Pensionen durch Matala. „Zeus sei Dank“ wurden diese Hotels nicht in die schmale Bucht hineingebaut, sondern liegen Richtung landeinwärts im lang-gestreckten Tal.

Die Unterkünfte in Matala bieten von der reinen Übernachtung, ggf. mit Frühstück bis hin zur Halbpension alles. Mehr ist im Grunde auch nicht notwendig, denn die ansässigen Tavernen versorgen Besucher bei einem Matala Urlaub bestens. Darüber hinaus gibt es eine „Hotelgasse“, wo sich mehrere Pensionen befinden (Fußweg zum Red Beach). Auch der Campingplatz in Matala bietet auf den Sanddünen zum Strand Platz zum Schlafen.

Campingplatz Matala

Direkt vor der Felswand mit den Wohnhöhlen gelegen befindet sich der Campingplatz Matala. Zwischen Juli und Oktober erhalten Campingurlauber hier eine idyllische Unterkunft mit bescheidenen Sanitäranlagen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten in Matala

Neben den beliebten Stränden sowie den urigen Höhlen ist Matala bekannt und geschätzt für seine zum großen Teil unberührte Landschaft und seine reichhaltige Historie. Die wilde Natur Matalas lädt Wanderfreunde aus aller Welt ein und gilt gerade deshalb als Geheimtipp. Die ganze Region eignet sich sehr gut zum Wandern.

Kulturinteressierte finden in und vor allem um Matala mit den Zeugnissen früherer Bevölkerung faszinierende Attraktionen. Die aus der minoischen Phase stammende bronzezeitliche Siedlung Phaistos (Festos) erstreckt sich über der Messara-Ebene auf einer Fläche von mehr als acht Quadratkilometern. Der berühmte Palast von Phaistos stellt einen der größten und am häufigsten besuchten minoischen Paläste der Insel Kreta dar. Durch mehrmalige Zerstörung des 1900 vor Christus erbauten und mehrmals wiederaufgebauten Palastes sind heute nur noch Ruinen übrig. Diese sind jedoch als Manifeste der bronzezeitlichen Kultur noch immer sehenswert.

Wohnhöhlen in Matala auf Kreta

Gortyn ist indes als ehemalige Hauptstadt des damals römisch besetzten Kretas bis heute bestens erhalten. Besondere Attraktionen in dem etwa 30 Kilometer von Matala entfernten Ort finden sich in der Kreuzkuppelkirche (erbaut im sechsten Jahrhundert nach Christus) sowie in einem antiken Theater.

Tourismus in Matala

Matala zieht mit seiner zentralen Lage an der Südküste Kretas gerade diejenigen Touristen an, welche den Norden der Insel aufgrund der immer weiter wachsenden Tourismusdichte meiden. Dadurch hat sich Matala jedoch lange von einem echten Geheimtipp zu einem touristisch gern frequentierten Ort entwickelt. Nachdem die Hippies im Verlaufe der 1970er Jahre langsam verschwanden, wurde Matala anschließend vor allem von Rucksackreisenden aufgesucht. Nachdem sich immer mehr Tourismus-Infrastruktur herausbildete, nahm auch die Zahl der Rucksacktouristen immer weiter ab. Das touristische Bild ist heute geprägt von zahlreichen, auch größeren Hotels, vermietbaren Zimmern und Apartments sowie Studios sowie einer Vielzahl von Restaurants, Tavernen und Cafés.

Vor allem in den Sommermonaten zieht es zahlreiche Pauschalreisende in den kleinen Ort. Daher ist dieser längst auf die höhere Besucherzahl eingestellt und entsprechend ausgestattet. Inzwischen sind die am Strand gelegenen Wohnhöhlen zu Touristen-Attraktionen ausgebaut worden und von Zäunen umringt. Für ihre Besichtigung ist ein kleiner Obolus zu entrichten, der bei etwa zwei bis drei Euro liegt.

Gastronomie und Ausgehmöglichkeiten in Matala

Matala bietet ein reichhaltiges Angebot an Einrichtungen für das leibliche Wohl. Die Anzahl der in Matala ansässigen gastronomischen Einrichtungen, der Tavernen, der Bars und Cafés nahm in den letzten Jahren zu. Viele haben sich unmittelbar am Meer oder in der unmittelbaren Nähe niedergelassen. Ein Vorteil der Gastronomie in Matala sind die durchschnittlich geringeren Preise für Speisen und Getränke, verglichen mit anderen kretischen Urlaubszielen.

Einige im Ortszentrum gelegene Restaurants können direkt vom Strand aus betreten werden und bieten leckere, einheimische Gerichte zu günstigen Preisen. Neben schmackhaften Speisen und freundlichem Service erhalten Besucher bei einem Urlaub in Matala auf Kreta einen einzigartigen Ausblick auf den Ort sowie die Bucht mit ihrer Felskulisse. Vor allem zum Sonnenuntergang lassen sich hier besonders schöne Fotos schießen. Am Hauptplatz finden sich auch Fast-Food-Restaurants, die etwa Gyros und Hamburger anbieten. Ein Parkplatz ermöglicht das Abstellen des Mietwagens.

Das Nachtleben Matalas folgt getreu dem in der Hippiezeit entstandenem Motto des Ortes: „Today is life, tomorrow never comes.“ So finden sich zahlreiche Bars vor allem im hinteren Bereich von Matala. Der Ort wird auch gerne von Einheimischen zum abendlichen Weggehen genutzt, da es in vielen der Bars bis spät in die Nacht noch Musik gibt.

Platia Matala mit Straßenmalerei
Today is life, tomorrow never comes in Matala
Campingplatz Matala - Zelt mit Meerblick

Matala Beach Festival

Jedes Jahr im Sommer findet in Matala ein Hippie-Revival Festival statt, das sogenannte Matala Beach Festival. Seit 2011 treffen sich hier nicht nur eingefleischte Kenner der Südküste Kretas. Tausende junge und ältere Menschen aus aller Welt versammeln sich, um ein lockeres Wochenende mit Musik von internationalen und überwiegend griechischen Bands zu verbringen.

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