Voulismeni-See

Das Artemis-Becken in Agios Nikolaos auf Kreta

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Der rund geformte Voulismeni-See auf Kreta wurde ursprünglich Artemis-Becken genannt und ist bekannt für seine enorme Tiefe. Er bot immer wieder Anlass zur Legendenbildung. Ein über 150 Jahre alter Kanal verbindet ihn direkt mit dem Meer. Als Ankerplatz für die bunten Fischerboote gilt er als eines der beliebtesten Postkartenmotive Kretas.

Der Binnensee stellt eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Agios Nikolaos dar. Durch die Meeresverbindung enthält der See gleichzeitig Salzwasser und Süßwasser. Für Fischer bietet der See Gelegenheit, ihn als Hafen zu nutzen. Umgeben ist der Voulismeni-See von hohen Fels- und Bergformationen, aber auch von zahlreichen Tavernen, Cafés und Bars sowie Unterkünften.

Entlang der Fischerboote, welche an den Kais des Voulismeni-Sees anlegen, schmiegt sich die Unterhaltungspromenade des Städtchens. Egal ob tagsüber oder abends, Touristen werden hier kulinarisch umworben und bestens versorgt. Die Preise sind tendenziell etwas höher als in anderen Regionen der Insel, befinden sich jedoch in einem wirklich sehr fairen Rahmen.

Voulismeni-See am Abend bei Nacht

Der von Mythen umrankte Voulismeni-See in der Innenstadt von Agios Nikolaos

Über den Voulismeni-See (griechisch Λίμνη Βουλισμένη, Limni Voulismeni) werden bis heute viele Geschichten erzählt. So ist besonders von der unendlichen Tiefe des Sees oft die Rede, die nach verschiedenen Quellen jedoch rund 64 bis 65 Meter betragen soll.

Fischerboote am Voulismeni See der auch Artemis Becken genannt wird
Taverne am Voulismeni-See in Agios Nikolaos

Angeblich soll der Meeresforscher Jacques Cousteau bei einem Tauchversuch den Grund des Voulismeni-Sees nie erreicht haben. Zudem wird erzählt, deutsche Soldaten haben gegen Ende des zweiten Weltkrieges schwere Artillerie im See versenkt. Die Panzer und Kanonen seien jedoch nie gefunden worden. Außerdem wird von vielen eine unterirdische Verbindung von diesem See zur nördlich von Kreta liegenden Kykladeninsel Santorini vermutet, da 1956 nach einem Vulkanausbruch auf der Insel Santorini verendete Hochseefische im Voulismeni-See gefunden wurden. Bereits Göttin Athene soll hier gebadet haben.

Während die vielen Legenden die Fantasie anregen, sorgen heute zahlreiche Restaurants und Cafés rund um den Voulismeni-See für das leibliche Wohl. Der rund 20 Meter lange Kanal zum Hafenbecken von Agios Nikolaos wurde 1867 bis 1871 von den türkischen Besatzern errichtet. Die Rückseite des fast kreisrunden, geheimnisvollen Schlunds besteht aus einer schroffen, dicht bewachsenen Felswand. Oberhalb – über Treppen erreichbar – erhalten Urlauber einen ganz besonderen Blick über die Promenade am See, den Hafenbereich und die Mirabello-Bucht. Der Ausblick ist eines der bekanntesten Postkartenmotive von Kreta. Hier stand einst eine venezianische Festung, von der jedoch nichts mehr übrig ist.

Ein besonderes Erlebnis stellt jedes Jahr das orthodoxe Osterfest dar, wenn sich die Stadtbevölkerung rund um den Voulismeni-See versammelt. Das Osterfeuer wird weitergereicht und verbreitet sich rings um das Gewässer entlang der Promenade.

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